Der Inhalt dieser Website wird sich nun Schritt für Schritt erneuern. Wir können auf Friedhöfen etwas tun.

Es wird darum gehen, wie wir unseren Friedhof für Pflanzen und Tiere sowie für den Menschen aufwerten.

Artenvielfalt entdecken – was in unserem Garten (und künftig auf dem Friedhof) lebt

Mit Hilfe moderner Bestimmungs-Apps auf dem Smartphone wurde 2024 von mir als Laie diesbezüglich ein Monitoring der Schmetterlinge im Umfeld unserer Gemeinde durchgeführt. Ziel ist es zu zeigen, wie wertvoll naturnahe Flächen sind – für Pflanzen, Tiere und den Menschen.

Ein überraschend reicher Lebensraum

Innerhalb eines Jahres wurden über 30 verschiedene Schmetterlings- und Nachtfalterarten nachgewiesen. Darunter bekannte Arten wie:

  • Admiral
  • Tagpfauenauge
  • Kleiner Fuchs
  • Zitronenfalter
  • Schwalbenschwanz
  • Grünader-Weißling

sowie zahlreiche Nachtfalter, von denen einige als gefährdet gelten.

Viele dieser Arten sind auf ganz bestimmte Pflanzen angewiesen:

  • Brennnesseln als Futterpflanze für Raupen (z. B. Admiral, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge)
  • Gräser für Augenfalter
  • Wilde Möhre für den Schwalbenschwanz
  • Faulbaum, Weiden, Hasel, Brombeeren für Raupen und Falter

Das zeigt: Artenvielfalt entsteht nur dort, wo passende Pflanzen wachsen dürfen.

Wo wurde beobachtet?

Die Schmetterlinge wurden auf einer unbebauten Fläche im Siedlungsbereich, etwa einen Kilometer vom Friedhof entfernt, entdeckt. Diese Fläche wirkt wie eine grüne Oase zwischen Häusern, Straßen und Gärten:

  • mit alten Bäumen (Eichen, Birken, Hasel, Obstbäume)
  • ohne intensive Nutzung
  • ohne landwirtschaftliche Maschinen oder Weidevieh

Ein solcher Ort funktioniert wie ein großer Garten oder kleiner Park – ruhig, vielfältig und wertvoll.

Warum diese Flächen so wichtig sind

Viele Arten sind heute bedroht, weil ihre Lebensräume isoliert sind. Einzelne Grünflächen reichen nicht aus.
Was es braucht, ist ein Verbund von Biotopen:

  • Lebensräume, die sich ergänzen
  • kurze Abstände, damit Tiere wandern können
  • Vernetzung zwischen Gärten, Parks, Friedhöfen und Naturschutzflächen

Genau dieses Ziel verfolgt auch der „Niedersächsische Weg“ sowie das Bundesnaturschutzgesetz, das einen Biotopverbund auf mindestens 10 % der Landesfläche vorsieht.

Die Rolle von Pflanzen und Sträuchern

Untersuchungen zeigen, welche Gehölze besonders wichtig sind:

  • Sal-Weide – wichtigste Pflanze für Raupen und frühe Nahrung für Falter
  • Brombeere, Hasel, Weißdorn, Holunder, Schlehe
  • Faulbaum – unverzichtbar für bestimmte Arten
  • Sommerflieder – gut für Falter, aber kaum für die nächste Generation

Viele dieser Sträucher sind gleichzeitig wertvoll für Vögel – sie bieten Nahrung, Schutz und Nistplätze.

Was bedeutet das für unseren Friedhof?

Die Erkenntnisse aus dem Garten lassen sich direkt übertragen:

  • Friedhöfe können lebendige Rückzugsräume werden
  • kleine Maßnahmen haben große Wirkung
  • naturnahe Gestaltung fördert Artenvielfalt, Klima und Lebensqualität

Ein Strauch. Ein Baum. Ein Anfang.
Für Insekten, Vögel, Menschen – und für eine lebenswerte Zukunft.


Ihre Schöpfungsbotschafterin
Botschafterin für Artenvielfalt mit dem Maskottchen „Die Deichgräfin“ 🐑

Artenvielfalt · Wasser · Klima

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